27. Juni 2018
Kommentare: 6
Kategorie: Gesundheit

Wie viel Fleisch braucht der Mensch?

„Fleisch ist ein Stück Lebensqualität und Lebenskraft“. Viele werden sich an diesen TV-Werbeslogan erinnern. Die einen lieben Fleisch, die anderen verteufeln es. Um das Thema Fleisch ranken sich viele Mythen! Unser Fitness-Experte Rainer Falch erklärt die Tatsachen.

Der regelmäßige Verzehr von Fleisch war lange Zeit den wohlhabenderen Gesellschaftsschichten vorbehalten. Ein hoher Fleischverzehr war früher ein Statussymbol. Das hat sich geändert. Durchschnittlich hat jeder Mensch in Deutschland im Jahr 2017 ca. 59 Kilogramm Fleisch gegessen. 1950 waren es noch rund 26 Kilogramm.

Männer essen mehr 

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt einen Verzehr von nicht mehr als 300 bis 600 Gramm pro Woche. Dies entspreche zwischen 15 bis 31 Kilogramm pro Jahr. Frauen liegen dabei mit 588 Gramm pro Woche an der oberen Grenze der Empfehlung. Männer essen im Durchschnitt mit 1.092 Gramm etwa doppelt so viel wie empfohlen.

Garmethoden bedenklich

Die IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung), eine Einrichtung der WHO (Welt­gesund­heits­organi­sation), stuft den Verzehr von rotem Fleisch in einer neuen Abhandlung als „wahrscheinlich karzinogen für den Menschen“ ein. Tatsache sei, dass beim Zubereiten unter hohen Temperaturen Substanzen entstünden, die als karzinogen eingestuft werden. Als bedenklich gelten insbesondere Garmethoden, in denen rotes Fleisch oder Fleischwaren direkten Kontakt mit einer Flamme oder einer heißen Oberfläche haben, etwa beim Grillen oder Braten.

Warum essen Menschen Fleisch?

Manche essen es, weil es ihnen ganz einfach schmeckt. Gesundheitsbewusste essen Fleisch, weil Sie sich mit bestimmten Nährstoffen, insbesondere Protein also Eiweißen, versorgen wollen. Andere haben Angst, dass Sie ohne Fleisch einen Mangel an bestimmten Nährstoffen erleiden würden. Allerdings zeigen immer wieder herausragende Weltklasse-Sportler, dass es auch vegetarisch oder sogar vegan geht. Prominente Beispiele sind Carl Lewis und Edwin Moses (Leichatlethik), Dave Scott (Triathlon), Martina Navratilova und Novak Djokovic (Tennis), Denis Rodman (Basketball), Gerlinde Kaltenbrunner (Bergsteigerin), Lewis Hamilton (Formel 1 Rennfahrer). Die Liste ließe sich problemlos verlängern.

Vitamin B12 fehlt

Die Wissenschaftler T. Colin Campbell und Thomas M. Campbell liefern in ihrem lesenswertem Buch „China Study“ eine wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise mit vollwertigen, pflanzlichen Nahrungsmitteln. Momentan scheint sehr viel dafür zu sprechen, dass der Mensch sehr wohl auch ohne Fleisch gesund leben und hohe Leistungen erbringen kann. Einzig das Vitamin B12 muss nach Aussage von Experten  bei veganer Lebensweise zusätzlich aufgenommen werden.

Gut zur Ergänzung 

Wer Fleisch, Milch- und Käseprodukte mag, sollte auf Qualität - sprich Bio-Ware - achten. Zu oft lassen sich in Produkten aus der Massentierhaltung Antibiotika und andere ungewünschte Stoffe nachweisen. In jedem Fall empfehle ich eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung mit einem hohen Pflanzenanteil. Tierische Produkte können die persönliche Ernährung ergänzen und abwechslungsreicher gestalten. Bei Fleisch wie auch bei allen tierischen und pflanzlichen Produkten empfiehlt es sich auf gute Qualität zu achten.

Ich wünsche Ihnen die richtige Balance zwischen Genuss und und biologischer Notwendigkeit. Essen sollte eben auch schmecken und alle Sinne befriedigen.

In diesem Sinne guten Appetit!

Gastautor: Rainer Falch

Diplomsportlehrer, Sportwissenschaftler und Buchautor

6 Kommentare
Alexander Stebler schrieb:
29. Juni 2018 um 07:32 Uhr

Vitamin B12 dürfte für viele Gesundheitsbewusste ein Hinderungsgrund sein für vegane Ernährung, darum will ich dazu folgendes Ergänzen:
B12 wird von Bakterien in gesumdem Boden produziert und von den Tieren auf der Weide aufgenommen. So kommt es in tierische Produkte. 98% des Fleisches stammt aber heute aus Massentierhaltung, und diese Tiere kommen nicht auf die Weide und werden mit sterilem Kraftfutter ernährt. Rund 90% der weltweit produzierten B12 - Präparate werden Nutztieren verabreicht!
Wer sich "natürlich" von ungewaschenen Biopflanzen ernähren würde, hätte genug B12 zur Verfügung.
Heute leiden aber selbst viele Allesesser an B12-Mangel, zum Beispiel mein Vater, der gerade mit Hilfe von Spritzen "aufgepäppelt" wird. Das Ganze ist also eher ein Zivilisationsproblem als ein Problem der veganen Ernährung. Wir leben einfach zu sauber. Und das B12 in den Präparaten wird übrigens von den selben Mikroorganismen hergestellt, die dies auch in gesundem Boden tun, einfach im Bioreaktor. Es handelt sich also nicht um ein syntetisches Vitamin.

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Rosi Heck schrieb:
28. Juni 2018 um 19:52 Uhr

Ich habe nicht aus gesundheitlichen Gründen aufgehört tierische Produkte zu essen sondern rein aus ethischen.
Das es mir nun körperlich besser geht, war ein toller Nebeneffekt.
Laßt die Tiere in Ruhe, es rettet Mensch,Tier, Umwelt und schafft Seelenfrieden.

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Gudrun Lindner schrieb:
28. Juni 2018 um 17:24 Uhr

Danke für diesen Artikel und die darin enthaltenen Wahrheiten.
Es gibt hunderte Gründe für eine vegane Ernährung - keinen einzigen dagegen.
Sobald man das konditionierte Denken und Verhalten abgelegt hat, das einem bereits in der Kindheit durch Werbung etc. antrainiert wurde, sobald man erkannt hat, wie Karnismus funktioniert, kann man seine eigenen Entscheidungen treffen und die führen eigentlich immer zum Veganismus. Lecker, gesund, vielfältig, null Verzicht, nur Gewinn - ich habe noch niemanden getroffen, der seine Entscheidung für eine vegane Lebensweise bereut hätte.

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Iris Hund schrieb:
28. Juni 2018 um 17:19 Uhr

Na, dann Guten Appetit https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=230054201138807&id=100024026857280

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Karin Verbeek schrieb:
28. Juni 2018 um 16:35 Uhr

Kein Mensch benötigt Fleisch. Der Mensch ist ein Allesfresser und Fleisch und Co. absolut ungesund. Sie als Krankenkasse sollten am Wohl der Menschheit interessiert sein. Die Agrarindustrie vergiftet unsere Umwelt, den Menschlichen Organismus und quält Tiere. Wer möchte das? Wer soll das finanzieren? I´m Vegan.










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Gertrude Hoffmann schrieb:
28. Juni 2018 um 13:35 Uhr

Fleisch ist keine Lebensqualität, vor allem nicht für die Tiere. Durch den Egoismus der Tierprodukte-Konsumenten werden Tiere gequält und grausam ermordet. Haben diese Leute kein Gewissen? Heutzutage gibt es unzählige vegane Produkte, die herrlich schmecken und noch dazu gesund sind. Und selbst, wenn vegane Ernährung ungesund wäre, würde ich mich für die Tiere dafür entscheiden.

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