16. Mai 2018
Kommentare: 1
Kategorie: Unterwegs

Fehlende Parkplätze sorgen auf Autobahnen für Gefahren

Nicht nur auf den deutschen Autobahnen wird es immer voller. Auch an den Fernstraßen herrscht erhebliche Platznot, genauer gesagt Parkplatznot, wie eine aktuelle Untersuchung der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA) ausweist. Der Verband analysiert bereits seit 1990 die Parkplatzsituation rund um die deutschen Fernstraßen. Laut der jüngsten VEDA-Analyse mangelt es entlang der heimischen Autobahnen an mehr als 31.000 Lkw-Parkplätzen.

Das hat zur Folge, dass manche Brummi-Fahrer wegen nicht ausreichend vorhandenem Parkraum zum Teil gezwungenermaßen nicht regelgerecht parken und damit – insbesondere nachts – gefährliche Situationen heraufbeschwören. Zudem laufen die Trucker, die abseits der Autohöfe bzw. Rastplätze parken, eher Gefahr, Opfer von Überfällen im Rahmen der zunehmenden sogenannten Ladungskriminalität zu werden.

Lkws als Gefahrenquelle

Der Parkplatzmangel an den Autobahnen bringt die Lkw-Fahrer häufig in arge Bredouille, insbesondere dann, wenn sie ihre gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten wollen, aber nicht rechtzeitig Parkmöglichkeiten für ihr Fahrzeug finden. In dieser Situation werden dann zunehmend autobahnnahe Wohn- und Gewerbegebiete, Wald- oder Wiesenränder sowie inzwischen sogar immer mehr auch die Standstreifen der Autobahn unerlaubt zugeparkt. Diese Parkplatzsuche nervt die ohnehin unter Druck arbeitenden Fernfahrer. Zudem bringen ihre nicht ordnungsgemäß abgestellten Fahrzeuge sowie vielfach auch ihre unerfreulichen Hinterlassenschaften nach einer Übernachtung die Anwohner in Harnisch. Und die oft verkehrsbehindernd geparkten Lkw erweisen sich gerade nachts vielfach als eine Gefahrenquelle erster Ordnung, wie die wachsende Zahl der so entstandenen Unfälle ausweist.

Ausbau reicht nicht

Dabei könnten die direkt an Autobahnausfahrten gelegenen Autohöfe ohne größere Schwierigkeiten und zudem kostengünstiger als die Autobahn-Rastplätze ausgebaut werden, betont die VEDA. Nach der Untersuchung des Verbands bauen Bund und Länder zwar „mit ganz erheblichen Anstrengungen“ jedes Jahr im Mittel bis zu 1.500 neue Lkw-Parkplätze auf der Autobahn hinzu. Doch das reicht eben nicht. Zudem sei die Tendenz bei den Zubauten stark fallend, weil die großen und genehmigungsrechtlich einfacheren Potenziale überwiegend ausgeschöpft seien, stellt der Verband fest. Deshalb könnten nur noch mit meist mehrjährigem Aufwand überwiegend relativ kleine Lkw-Parkplatzneubauten realisiert werden. All diese Faktoren zusammen führten laut VEDA dazu, dass sich die Herstellungskosten für einen neuen Lkw-Parkplatz unterdessen auf über 80.000 Euro erhöhten.

Kostengünstiger bauen

Dagegen blieben die Parkraumpotenziale neben der Autobahn bislang völlig unbeachtet, kritisiert der Verband. Für den Ausbau bestehender bzw. den Bau neuer Autohöfe spricht aus seiner Sicht insbesondere, dass auf diesen Flächen der Bau jedes einzelnen Lkw-Stellplatzes laut VEDA bis 50.000 Euro weniger kostet als auf der Autobahn. Das soll sich für den Steuerzahler zu Einsparungen in Milliardenhöhe summieren. 

Transportaufkommen steigt weiter 

Vor diesem Hintergrund hält die VEDA es für dringend notwendig, die Autohöfe jenseits der Autobahnen stärker in die Verkehrspolitik mit einzubinden. Sonst lasse sich der Parkplatznot bei Lkw auch in den nächsten Jahrzehnten nicht beikommen, argumentiert der Verband. Denn in Deutschland, dem europäischen Transitland Nr. 1, soll nach den eigenen Verkehrsprognosen des Bundes das Transportaufkommen von Lkws noch mindestens zehn Jahre lang überproportional weiter ansteigen. Das bedeutet nach den Berechnungen der VEDA, dass Jahr für Jahr mehr als 2.500 zusätzliche Lkw-Fahrer einen Schlaf- bzw. Ruheparkplatz benötigen werden. Alleine um das bereits vorhandene Defizit von mindestens 31.000 Stellplätzen abzubauen, würden auf der Autobahn bei einer jährlichen Neubauquote wie bisher – also ohne Berücksichtigung der zukünftigen Nachfrage – jedoch alleine 20 Jahre ins Land gehen, weist die VEDA auf die Konsequenzen aus ihrer neuen Studie hin.

1 Kommentar
Teletrucker schrieb:
20. Mai 2018 um 23:50 Uhr

Liebe HUK COBURG wäre es Alles nur so einfach. Mit Einführung des digitalen Tachos und der damit einhergehenden schwarz weiß Betrachtung von Versößen, die keinerlei Ermessensspielraum zulässt werden immer mehr LKW Fahrer zu solchen Aktionen gedrängt.Immer mehr Gemeinden haben in den Gewerbegebieen schon absolute Halteverbote erlassen. Die Autohofbetreiber fordern Parkgebhren, die sich kein osteuropäischer Fahrer leisten kann. Was bleibt denn da Fahrern übrig.Wenn dann vom Bund Parkplätze gebaut werden sind sie oft ohne Infrastruktur wie Duschen oder einer bezahlbaren Möglichkeit zu essen oder einzukaufen. Ach mir würde noch viel mehr einfallen, aber das würde zu weit führen.

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