6. März 2018
Kommentare: 4
Kategorie: Ihr Fahrzeug

E-Autos: Zuschüsse werden kaum genutzt

Nach den ursprünglichen Plänen der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 sollten bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Nahezu zehn Jahre später und knapp drei Jahre vor dem Stichtermin ruderte Bundeskanzlerin Angela Merkel jedoch zurück: So wie es derzeit aussehe, werde dieses Ziel wohl nicht erreicht, räumte die Kanzlerin Mitte 2017 ein. Daran konnten auch die staatlichen Prämien und Steuervorteile nichts ändern, mit denen der Kauf von Elektroautos attraktiver werden und angekurbelt werden soll. Doch die zur Verfügung gestellten Mittel werden nur zögerlich nachgefragt, wie das für den sogenannten Umweltbonus zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) berichtet.

Insgesamt 600 Millionen Euro schwer ist der Fördertopf für E-Autos. Seit Einführung des sogenannten Umweltbonus zur Förderung des Absatzes neuer Elektrofahrzeuge im Juli 2016 wurden nach Auskunft der BAFA jedoch erst rund 65 Millionen Euro genutzt. Bislang registrierte das Bundesamt lediglich 46.897 Anträge auf einen Zuschuss beim Kauf eines E-Autos. Damit wurden bisher nur rund zehn Prozent der gesamten zur Verfügung stehenden Fördermittel nachgefragt. 

Hohe Zuschüsse

Auch ein Blick in unseren Versicherungsbestand bestätigt diese Tatsache: Weniger als 7.000 E-Fahrzeuge sind bei uns versichert. Woran liegt es aber, dass den deutschen Autofahrern E-Mobile noch nicht wirklich schmackhaft gemacht werden können? Immerhin wird der Erwerb eines reinen Elektrowagens mit Batterie mit 4.000 Euro bezuschusst, für Hybridautos gibt es 3.000 Euro dazu. Für diese Kaufprämien für Elektroautos kommen je zur Hälfte der Bund und die jeweiligen Hersteller auf. Die limitierenden Elemente beim Ausbau der E-Mobilität sehen Fachleute jedoch in drei Faktoren: in den im Vergleich mit verbrennungsmotorisierten Fahrzeugen höheren Anschaffungskosten von Elektroautos, in deren begrenztem Aktionsradius und in der immer noch zu dünnen Ladeinfrastruktur mit zu wenigen Ladestationen. Solange sich daran nichts ändert, werde die Liebe der Deutschen zum Elektroauto weiter eher auf Sparflamme bleiben, sind sich die Experten sicher.

Problemfeld Laden

Deshalb sprechen sich einige von ihnen inzwischen auch dafür aus, die Fördermittel flexibler einzusetzen: So hielte es etwa BAFA-Präsident Andreas Obersteller für sinnvoll, wenn die neue Bundesregierung einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen würde. Dabei denkt der BAFA-Chef auch daran, einen Teil der Fördermittel dafür zu nutzen, um den Bau von privaten Ladesäulen zu subventionieren. Denn eine eigene Ladestation daheim könnte mehr Autofahrer als bislang dazu bewegen, sich mit einem E-Auto anzufreunden, sind sich die Fachleute sicher. Sie halten deshalb die Förderung der öffentlichen Ladeinfrastruktur für ebenso notwendig wie die Bereitstellung von Fördermitteln für private Ladeeinrichtungen, wenn die Wende im Verkehrsbereich hin zu einer umweltverträglicheren und nachhaltigeren Mobilität gelingen soll. Schließlich will die Bundesregierung mit dem Umweltbonus einen „nennenswerten Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft bei gleichzeitiger Stärkung der Nachfrage nach umweltschonenden Elektrofahrzeugen um mindestens 300.000 Fahrzeuge“ leisten. 

Ziel in weiter Ferne

Mit den zur Verfügung stehenden 600 Millionen Euro könnte diese Zielgröße nach Ansicht des BAFA-Präsidenten rein theoretisch erreicht werden – wenn es denn mehr Lademöglichkeiten, öffentliche wie private, sowie mehr attraktive E-Autos mit ausreichendem Aktionsradius und zu wettbewerbsfähigen Preisen gäbe. Das angestrebte Ziel von einer Million Elektroautos auf den heimischen Straßen ist nach dem derzeitigen Stand der E-Mobilitätsentwicklung jedoch noch in weiter Ferne. Deshalb sollten die Fördermittel des Bundes vielleicht intelligenter eingesetzt werden als bisher, geben Beobachter zu bedenken. 

Autor:

Stefan Eichhorn

Unternehmenskommunikation

 

4 Kommentare
Georg-Gustav Kühn schrieb:
10. März 2018 um 18:42 Uhr

Ich habe einen Hybird PKW. Ich glaubte nun, dass auch die Versicherungsprämie, sich dem Vorteil der E-PKW anschließt. Weit gefehlt HUK hat hier nochmals die Preise erhöht !!!!

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René schrieb:
10. März 2018 um 17:02 Uhr

Nennt mir ein familientaugliches E-Auto, in dem wir unsere 4 Kinder unterbringen können.
Von bezahlbar will ich gar nicht erst reden.
Und so schnell ist das Thema E-Auto auch schon wieder erledigt.
Nicht jeder braucht nur eine kleine Kiste um zur Arbeit und zurück zu kommen.

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Torsten schrieb:
10. März 2018 um 15:49 Uhr

Leider ist das Ladenetz noch zu unausgereift, zum anderen habe ich noch kein Angebot mit einem Manuellen Getriebe gefunden und meine Bessere Hälfte kommt mit einer Automatik nicht zu Recht.

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Pinja schrieb:
10. März 2018 um 01:16 Uhr

Der Zuschuß wird erst gezahlt, wenn das Fahrzeug ausgeliefert wird. Bei Lieferzeiten von achtzehn Monaten und mehr (sofern die Bestellung des gewünschten Fahzeugs überhaupt angenommen wird) ist es nicht verwunderlich, dass die Mittel so schleppend abgrufen werden!

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