4. Januar 2018
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Kategorie: Wissen

Fahrgemeinschaften – wie sind Mitfahrer versichert?

Fahrgemeinschaften sind eine tolle Sache. Sie können sogar helfen, die Umwelt zu entlasten. Denn wenn mehrere Personen denselben Weg zur und von der Arbeit in einem statt in mehreren Autos zurücklegen, ist das ein Beitrag zum Klimaschutz. Außerdem schonen Fahrgemeinschaften auch die Kasse der Beteiligten. Allerdings sind manche Menschen Fahrgemeinschaften gegenüber skeptisch eingestellt, weil sie unsicher sind, wie bei einem Unfall Fragen der Versicherung und der Haftung geregelt sind.

Dazu gilt grundsätzlich, dass in einem solchen Fall die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die entstandenen Personen-, Sach- und Vermögensschäden reguliert. Darunter fallen auch mögliche Schmerzensgelder. Trifft den Fahrer der Fahrgemeinschaft die Schuld an dem Unfall, können die Bei- und Mitfahrer Schadenersatzansprüche gegen seine Kfz-Haftpflichtversicherung geltend machen. Die mitfahrenden Personen sind also immer abgesichert. Der Fahrer selbst bekommt dagegen keine Leistungen von der Kfz-Haftpflichtversicherung. Dieses Risiko lässt sich allerdings mit einer Fahrerschutz-Versicherung abdecken.

Gesetzliche Unfallversicherung

Abgesehen davon sind Arbeitnehmer auf dem Weg zur und von der Arbeit grundsätzlich in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Dafür zahlt der Arbeitgeber Beiträge an die Berufsgenossenschaft. Jeder, der in einem Arbeits-, Ausbildungs- oder Dienstverhältnis steht, ist kraft Gesetzes versichert. Das gilt auch bei Umwegen, die eine Fahrgemeinschaft schon mal fahren muss, um alle Mitfahrer einzusammeln. Die Leistungsverpflichtung des gesetzlichen Unfallversicherungsträgers geht deutlich über die Eintrittspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus. Zu den wichtigsten Leistungen zählen die Heilbehandlungskosten,  Geldleistungen (z.B. Verletztengeld oder Verletztenrente), Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (z.B. Berufshilfe) sowie Leistungen an Hinterbliebene (Sterbegeld, Hinterbliebenenrenten). Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt jedoch nicht für Sachschäden und auch kein Schmerzensgeld.

Direkter Weg wichtig 

Die Regelungen der Unfallversicherung greifen auch bei Fahrgemeinschaften. Darüber sind – unabhängig von der Kfz-Haftpflicht – alle Personenschäden abgedeckt, die sich auf dem Weg von und zur Arbeit ereignen: die sogenannten Wegeunfälle. Jedoch sollte immer der direkte Weg zum und vom Arbeitsplatz genommen werden, das ist eine wichtige Voraussetzung bei der gesetzlichen Unfallversicherung. Dazu zählen allerdings auch die (Um-)Wege, die zum Abholen von Mitfahrern zurückgelegt werden. Auch hier gilt: Ein Personenschaden des Fahrers ist ausgenommen und lässt sich durch den Einschluss der Fahrerschutz-Versicherung absichern.

Es gibt auch Fälle, in denen der Fahrer der Fahrgemeinschaft den Unfall zwar verursachte, er daran aber dennoch nicht schuld ist, wie etwa bei einem geplatzten Reifen oder einem Herzinfarkt am Steuer. Hier zahlt seit der Reform des Schadenersatzrechts im Jahr 2002 ebenfalls die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung. Auch ein Versicherungsnehmer, der als Beifahrer bei einem Unfall in seinem eigenen Fahrzeug verletzt wird, kann für den erlittenen Personenschaden von seiner eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung Schadenersatz fordern.

Autor:

Stefan Eichhorn

Unternehmenskommunikation

 

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