13. Dezember 2017
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Kategorie: Familie & Leben

Private Vorsorge: Existenzielle Risiken werden unterschätzt

Eine aktuelle Studie des Goslar-Instituts zeigt: Die Deutschen schätzen Risiken falsch ein. Gefahren, die besonders häufig in den Medien thematisiert werden, wie Terror oder tödliche Verkehrsunfälle werden oft überschätzt. Die Gefahr berufsunfähig oder pflegebedürftig zu werden, blenden viele jedoch aus – obwohl das Eintreten dieser Risiken viel wahrscheinlicher ist.

Diese Fehlwahrnehmung führt dazu, dass viele Menschen auch finanziell nicht ausreichend vorsorgen. Verbraucherschützer empfehlen daher, zumindest drei Dinge abzusichern: Die eigene Arbeitskraft, den Pflegefall und das Haftungsrisiko gegenüber Dritten.

Schadenersatz kann schnell teuer werden

Wer einen anderen schädigt, zum Beispiel etwas kaputt macht, das ihm nicht gehört, ist dazu verpflichtet, den Schaden zu ersetzen. Richtig teuer kann es werden, wenn nicht Gegenstände, sondern Personen zu Schaden gekommen sind. Wenn beispielsweise ein Fahrradfahrer versehentlich mit einem Fußgänger zusammenprallt und dieser schwere Verletzungen davon trägt, ist der Radfahrer für alle daraus resultierenden Kosten haftbar. Je nach Schwere der Verletzungen kann der Radfahrer für den Rest seines Lebens zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet werden.

Vor den finanziellen Folgen kann eine private Haftpflichtversicherung schützen, die immerhin bereits 85 Prozent der deutschen Haushalte abgeschlossen haben. Wichtig hierbei ist es, auf die Höhe der Deckungssumme zu achten: Experten empfehlen die maximal mögliche Abdeckung zu wählen.

Der Staat zahlt nur 60 Prozent der Pflegekosten

Auch für den Pflegefall ist private Vorsorge sinnvoll. Denn die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen für die Deckung der Kosten bei weitem nicht aus. So werden nur knapp 60 Prozent der anfallenden Kosten für die Pflege zu Hause oder in Heimen von der gesetzlichen Pflegeversicherung gedeckt. Ein Rechenbeispiel: Im Pflegegrad 5 kostet ein Heimplatz im Schnitt 3.500 Euro monatlich. Der Staat zahlt in diesem Fall 2.005 Euro, die restlichen 1.500 Euro müssen privat getragen werden.

Steht dem Pflegebedürftigen kein Einkommen oder Vermögen zur Verfügung, um diese Lücke zu schließen, kann Hilfe zur Pflege beim Sozialamt beantragt werden. Gegebenfalls sind aber Kinder und Eltern zum Unterhalt verpflichtet. Eine Möglichkeit, die entstehenden Kosten zu decken, ist die Pflegezusatzversicherung. Der Staat unterstützt den sogenannten „Pflege-Bahr“ mit fünf Euro pro Monat.

Jeder vierte Berufstätige ist von Berufsunfähigkeit betroffen

Ein besonders unterschätztes Risiko ist die Berufsunfähigkeit. Dabei scheiden 400.000 Menschen jährlich aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Hauptursachen sind psychische Beschwerden, Krebserkrankungen, Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In weniger als zehn Prozent der Fälle geht die Berufsunfähigkeit auf einen Unfall zurück.

Besonders hart sind Berufsanfänger betroffen, die plötzlich nicht mehr arbeiten können. Denn ein Rentenanspruch besteht in den meisten Fällen erst, wenn mindestens 60 Monate lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurden. Auch Selbständige und Freiberufler stehen meist ganz ohne staatliche Versorgung da. Doch auch wer die Voraussetzungen erfüllt: Selbst die volle Erwerbsminderungsrente beträgt durchschnittlich nur zirka ein Drittel des Bruttoeinkommens.

Verbraucherschützer empfehlen daher jedem, sich zusätzlich privat gegen Berufsunfähigkeit abzusichern – und das so früh wie möglich. Um den eigenen Lebensstandard aufrecht zu erhalten, sollten bis zu 80 Prozent des Nettoeinkommens abgesichert sein.

Die gesamte Studie zur „Wahrnehmung und Fehlwahrnehmung von Alltagsrisiken in der Öffentlichkeit“ erhalten Sie hier.

HUK-Infobox:

Weitere Informationen zur Absicherung existenzieller Risiken erhalten Sie auf huk.de .

Eva-Maria Sahm

Unternehmenskommunikation

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