11. August 2017
Kategorie: Wissen

Begleitetes Fahren ab 17: Wer länger übt, fährt sicherer

Der Führerschein mit 17 gilt als erfolgreiche Methode, die Unfallhäufigkeit bei Fahranfängern zu reduzieren. Denn Studien zufolge verschulden Jugendliche, die zunächst in Begleitung eines Erwachsenen mit dem Autofahren beginnen, 20 Prozent weniger Unfälle als andere Fahranfänger mit Führerschein ab 18. Außerdem begehen die Teilnehmer am begleiteten Fahren ab 17 (BF 17) weniger Verkehrsvergehen.

Wie funktioniert das Begleitete Fahren?

Jugendliche können sich sechs Monate vor Vollendung ihres 17. Lebensjahrs in einer Fahrschule zur Ausbildung für den Führerschein der Klassen B oder BE anmelden. Außerdem müssen sie einen Antrag auf „Ausnahmegenehmigung vom Mindestalter“ bei der zuständigen Führerscheinstelle einreichen. Dieser Antrag muss die Zustimmung der Erziehungsberechtigten enthalten. In dem Antrag werden bereits die Begleitpersonen namentlich aufgeführt. Diese Liste kann später noch erweitert werden.

Nach der Fahrausbildung können die Jugendlichen die theoretische Führerscheinprüfung frühestens drei Monate vor Vollendung des 17. Lebensjahres ablegen. Die praktische Führerscheinprüfung darf frühestens einen Monat vor dem 17. Geburtstag absolviert werden. Nach bestandener Prüfung bekommt der Fahranfänger zunächst eine Prüfbescheinigung als „Führerscheinersatz“ ausgestellt. Den richtigen Scheckkartenführerschein gibt es erst ab 18.

Auch für die Begleitperson gelten Regeln

Danach kann es auch schon losgehen hinterm Steuer, allerdings immer nur mit einer der angegebenen Begleitpersonen daneben. Das Mindestalter dieser Begleiter ist auf 30 Jahre festgesetzt. Außerdem muss die begleitende Person seit fünf Jahren ununterbrochen über eine Fahrerlaubnis der Klasse B verfügen und sie darf höchstens mit einem Punkt in der Flensburger „Verkehrssünderkartei“ registriert sein.

Den Begleitpersonen ist es übrigens untersagt, während der Fahrt aktiv einzugreifen – also auch kein regulierender Griff an das oder ins Lenkrad. Und die Begleitperson darf ebenfalls nicht alkoholisiert sein, sprich im Höchstfall einen Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille aufweisen.

Übrigens: Der Führerscheinersatz behält nach dem 18. Geburtstag des Fahranfängers noch für weitere drei Monate die Gültigkeit. In dieser Zeit muss die Bescheinigung dann jedoch gegen die richtige Fahrerlaubnis eingetauscht werden – wiederum bei der Führerscheinstelle.

HUK-Infobox:

Wenn das Auto bei der HUK-COBURG versichert ist: Informieren Sie uns, dass es von einem Führerscheinneuling für begleitetes Fahren benutzt wird. Die HUK-COBURG unterstützt das BF 17 als Maßnahme zur Senkung des Unfallrisikos bei Fahranfängern. Mehr Informationen erhalten Sie bei unserem Serviceteam.

Eva-Maria Sahm

Unternehmenskommunikation

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