26. Februar 2016
Kommentare: 0
Kategorie: Ihr Fahrzeug

Provozierte Autounfälle – so schützen Sie sich vor Betrug

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnt: Jeder zehnte Verkehrsunfall in Deutschland könnte absichtlich herbeigeführt sein. Zum einen durch Absprachen, die innerhalb des Bekanntenkreises getroffen werden. Zum anderen durch sogenannte „Autobumser“, die im Rahmen eines provozierten Unfalls skrupellos ihnen unbekannte Fahrer in einen Unfall verwickeln und dabei auch Verletzungen in Kauf nehmen.

In beiden Fällen wollen sich die Täter durch Meldung des Schadens bei der Versicherung bereichern. Die Versicherungsbranche rechnet mit einem Schaden durch Versicherungsbetrug im Kraftfahrtbereich von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Die Leidtragenden sind nicht nur die betroffenen Autofahrer, deren Schadenfreiheitsklasse hochgestuft wird. Am Ende zahlen alle Versicherten die höheren Beiträge, die durch die höhere Anzahl an Schäden entstehen.

So gehen die Betrüger vor

Die Täter suchen sich bevorzugt Ampeln, Fußgängerüberwege oder Einmündungen von parallel laufenden Fahrstreifen aus, um einen Unfall zu provozieren. Bei der letzten Variante wird dem Opfer signalisiert, dass es z. B. die Fahrbahn wechseln kann, jedoch beschleunigt der Täter dann im richtigen Moment, sodass sein Auto gerammt wird. Auch Auffahrunfälle werden häufig herbeigeführt. In den meisten Fällen sitzen die Opfer alleine im Auto, die Täter sind zu zweit.

Was kann ich bei einem Betrugsverdacht tun?

  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass der Unfall provoziert wurde, rufen Sie die Polizei. Äußern Sie Ihren Verdacht, wenn möglich, bereits am Telefon. Beachten Sie jedoch, dass der Unfallgegner dies möglicherweise zu verhindern versucht. Jedoch ist die Polizei bei Blechschäden nicht verpflichtet zum Unfallort zu kommen. Deshalb fahren Sie ggf. bei der nächsten Polizeistation vorbei und melden Sie Ihre Bedenken an.
  • Machen Sie Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven und auch aus weiterer Entfernung, um Übersichtsbilder von der Unfallstelle zu haben. Bremsspuren und abgebrochene Fahrzeugteile sollten ebenfalls zu sehen sein. Anschließend können Sie Schäden am eigenen und am fremden Auto fotografieren.
  • Notieren/fotografieren Sie das Kennzeichen sowie die Personalien des Fahrers
  • Erfragen Sie die Personalien von unbeteiligten Zeugen
  • Gestehen Sie keine Schuld ein
  • Machen Sie sich unmittelbar nach der Unfallaufnahme Notizen über alle wesentlichen Punkte
  • Informieren Sie Ihre eigene Versicherung möglichst frühzeitig über Ihren Verdacht. Dort gibt es Spezialisten, die sich um die Bearbeitung dieses Falles fachkundig kümmern und Sie unterstützen.

Sollte sich ein Betrugsverdacht bestätigen, wird Ihre Versicherung eventuell eine Gerichtsentscheidung herbeiführen und in geeigneten Fällen auch Strafanzeige erstatten. Ihnen entstehen dadurch keine Kosten.

HUK-Infobox:

Hier finden Sie weitere Informationen zu provozierten Unfällen:

  • GDV: Autobumser
  • TEST: So erkennen Sie die Trickser
  • TEST: Nach dem Unfall

Autorin: Christine Döllner

Schadenabteilung

 

 

Kommentare
Hinterlassen Sie einen Kommentar
Bitte geben Sie Ihren Namen an.
Bitte geben Sie einen Kommentar ein.
Vielen Dank, Ihr Kommentar wurde abgeschickt. Vor Veröffentlichung muss er zunächst freigegeben werden.
Achtung: Auf dem Blog veröffentlichen und bearbeiten wir keine Anfragen zu Vertrags- und Schadenangelegenheiten. Bitte senden Sie dafür eine Mail an info@huk-coburg.de oder info@huk24.de.
Fußzeile aufklappen